Selbstvertrauen

Aus Wie man an die Spitze kommt - Selbstvertrauen

 

Glück in ihren Unternehmungen haben die, welche den Blick immer auf das Ziel gerichtet halten, stets das Leben bejahen und der festen Zuversicht sind, dass sie ihr Ziel erreichen müssen. Tausende gehen nach wiederholten Schicksalsschlägen schließlich zu Grunde, weil sie verzagen und sich einreden, dass das Glück gegen sie sei, dass also alle weiteren Versuche dagegen anzukämpfen nutzlos seien.

 

Wer bei Verlust von Hab und Gut seinen Mut und seine Unternehmungslust beibehält, kommt viel schneller wieder auf die Füße zu stehen als der Verzagte. Aber wer einmal den Halt verliert, den fasst der Schwindel, und er ist unrettbar verloren.

 

Die meisten Misserfolge in der Welt sind weit eher auf verscherztes Vertrauen als auf verlorenes Vermögen zurückzuführen. Nächst der Einbuße des guten Namens ist das Schlimmste verwirktes Vertrauen. Wenn dieses dahin ist, so ist kein Baugrund mehr da; es fehlt das Rückgrat. Ohne Rückgrat aber kann der Mensch nicht stehen.

 

Hast du dir die Rolle, die du zu spielen gewillt bist, ausgesucht, und willst du sie glücklich durchführen, so musst du eine zuversichtliche, siegesgewisse Miene zur Schau tragen. Ein scharfer Beobachter muss es dem Mann auf der Straße ansehen, dass er ein „Schicksalsbändiger“ ist. Jeder Schritt, jede Gebärde deutet auf den Anführer hin. Er schreitet einher wie einer, der sich vollkommen in der Gewalt hat, der an seine Macht des Vollbringens glaubt. An seiner Zuversicht kann man erkennen, dass er sich das Glück zinsbar gemacht hat.

 

Auf der anderen Seite ist auch der vom Unglück Verfolgte leicht zu erkennen. Unsicherer Gang und schwankender Schritt zeugen von mangelndem Selbstvertrauen; seine Kleidung, seine Erscheinung, alles weist auf seine Unfähigkeit hin. Jede Bewegung seines Körpers erzählt uns von seiner Haltlosigkeit. Darum trage immer eine selbstbewusste Miene zur Schau, dann werden nicht nur die andern an deine Leistungsfähigkeit glauben, auch du selbst wirst schließlich wieder zuversichtlich werden.

 

Wenn die Kunden nicht kommen wollen und dein Warenlager sich unter der Last der Waren biegt, die des Verkaufes harren; wenn die Angestellten müßig herumstehen, während die Miete und die Rechnungen fällig sind, dann gilt es für den Kaufmann, den Kopf hochzuhalten, nichts merken zu lassen und den Gleichmut zu wahren. Da zeigt sich der gute Geschäftsmann, der „tüchtige Kerl“. Wenn er widerwärtig und verdrießlich ist und bei Kleinigkeiten, die er sonst gar nicht wahrnehmen würde, schon in Harnisch gerät; wenn es ihm niemand rechtmachen kann und er an allem etwas auszusetzen hat und mit jedem Tun und jedem Wort zu verstehen gibt, dass er seine Angestellten für die schlechten Zeiten verantwortlich mache, dann erkennen wir deutlich, dass er die erste Lebensregel nicht gelernt hat: Kaltes Blut im feindlichen Feuer!

 

Wenn dir in deinem Geschäft alles aus den Fingern zu schlüpfen und das Gebäude, an dem du jahrelang gebaut hast, trotz allen Entgegenstemmens einzustürzen droht, dann gilt es, allen stoischen Gleichmut zusammenzunehmen, damit du in deinem Heim unter den Deinen heiter und aufgeräumt erscheinst. Da bewährt sich dann der gute Geschäftsmann. Ruhe und Fassung, eine zuversichtliche Miene, aber auch feste Entschlossenheit, sich mit den Verhältnissen so gut wie möglich abzufinden, haben schon oft einem Mann über eine Krise hinweggeholfen. Das geringste Anzeichen von Verdrießlichkeit, Ängstlichkeit oder Bedenklichkeit würde den Verfall nur beschleunigen, den man doch um jeden Preis hatte aufhalten wollen. Die Mutlosigkeit und Verzagtheit des Chefs würde sich bald allen Angestellten mitteilen, und dem Kunden müsste die Schwüle und das gedrückte Wesen im Laden sofort auffallen. Er würde anderswo einkaufen. Mutlosigkeit ist der größte Feind der Strebsamkeit. Darum muss sie ausgerottet werden wie die Pest.

 

Wer immer von schlechten Geschäften redet, wird nie auf einen grünen Zweig kommen. Man darf überhaupt niemals die Schattenseiten von etwas allzu sehr betonen, muss es also z. B. vermeiden, von flauem Markt oder schlechten Zeiten zu reden. Derjenige, bei dem dieses Übel gar noch chronisch wird, der geht schlimmen Zeiten entgegen. Andere wieder gelangen in pessimistisches Fahrwasser und wittern überall nur Unheil und Verderben. Wie sollte bei ihnen das Glück einkehren? Das Glück ist ein zartes Pflänzchen und beansprucht eine starke Stütze und viel Sonnenschein.

 

Du musst über deinem Schicksal stehen, musst die Verhältnisse mustern, auf Unkenrufe nicht hören und darüber erhaben sein; die strahlenden Lichtseiten, nicht die düsteren Schattenseiten müssen für dich maßgebend sein.

 

Lass dir von Niemanden, durch nichts dein Selbstvertrauen untergraben. Auch in dir selbst lass nie den Gedanken aufkommen, als sei ein Scheitern überhaupt im Bereich der Möglichkeit. Die andauernde Bejahung des Lebens, die immerwährende Betonung der Plusseite, die eine Verneinung einfach nicht zugibt, hat ganz gewiss die Folge, dass der eine starke Vorsatz, die eine, nie wankende Zielbewusstheit und Siegesgewissheit nicht erschüttert werden können.

 

Fängt das Selbstvertrauen an, wacklig zu werden, so geht es bergab; Zweifel und Furcht nisten sich ein, Unschlüssigkeit ist die Folge, und schließlich weicht jene sorglos heitere Zuversicht, die den Erfolg zwingen zu können glaubt, und ohne die nie etwas Großes vollbracht worden ist.

 

Mittellosigkeit und ungünstige Verhältnisse sollten dich nur umso mehr anspornen. Verneine es mit aller Macht, dass dich das Unglück je daniederbeugen kann, oder dass die Armut dich im Leben nicht aufkommen lasse; lass nicht ab, zu beweisen, dass du über deinem Schicksal stehst, halt fest an dem Glauben, dass du der Mann bist, die Umstände zu zwingen, dass du ihr Herr, nicht ihr Sklave bist, und bald wird es besser mit dir werden. Das Bewusstsein, dass du von Geburt an unzweifelhaft vorherbestimmt bist, zu siegen, verleiht dir wunderbare Stärke und Macht des Vollbringens.

 

Manch einer hat dank solcher entschlossenen Überzeugungstreue sein Lebenswerk vollendet, wenn schon alles verloren schien, weil er sich an seiner Entschlossenheit und an seinem Selbstvertrauen festgeklammert hatte. Es ist einfach Ehrensache, dieses unveräußerliche Erbteil nicht fahren zu lassen.

 

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