Gute Laune

Aus Der außergewöhnliche Angestellte - 17. Kapitel: Gute Laune

 

Wenn du deine Leistungsfähigkeit so hoch erhalten willst wie möglich, dann nimm dir fest vor, unter allen Umständen, komme, was kommen mag, deine gute Laune zu bewahren und froh und hoffnungsvoll in die Welt zu schauen.

 

Es gibt so viele Menschen, die trübselig und schwarzseherisch durch die Welt gehen, als ob das Leben nichts als eine Kette von Enttäuschungen wäre. Sie können sich nicht mehr freuen, weil sie sich von Furcht und Sorge haben überwältigen lassen. Aber ein solches Leben kann nicht anders als unfruchtbar und erfolglos sein.

 

Warum nur die Menschen nicht von ihren unangenehmen und unglücklichen Erlebnissen wegkommen und die Last dieser Erinnerungen beständig mit sich schleppen? Warum halten wir solche Dinge künstlich am Leben, statt sie tot, begraben und vergessen zu lassen?

So oft du die Geschichte deines Unglücks in Gedanken wieder durchmachst, ätzt du jedesmal das düstere Bild schärfer und tiefer auf die Tafel deines Geistes ein und machst das wieder wirklicher und wirksamer, was du verwischen und unwirksam machen solltest.

 

Mach doch den Wahlspruch der Sonnenuhr zu deinem eigenen: „Ich zeige bloß sonnige Stunden.“ Wenn du was Rechtes leisten willst, so lass dein Herz erfüllt sein von Sonnenschein, von Schönheit und Wahrheit, von frohen und erhebenden Gedanken und begrabe und vergiss alles, was dich unglücklich, zwiespältig und unfrei macht. Begrabe es – sonst bringt es dich ins Grab.

 

„Ich stelle niemals Leute an, die Unglück haben, am wenigsten solche, die davon reden“, sagte ein Geschäftsinhaber zu einem Bewerber, als ihm dieser von seinem Unglück zu erzählen anfing.

 

Behalte solche Dinge stets für dich. Je weniger Menschen von den Schwierigkeiten wissen, die dich drücken, desto besser. Du vermeidest damit zweierlei: einmal den ungünstigen Einfluss, den solche Mitteilung auf den Hörer ausübt, und sodann die Gefahr, dass der Hörer vermutet, du werdest wohl zum großen Teil selber schuld daran sein, wenn es dir nicht gut geht. Aus Mitleid wird dir schwerlich jemand eine gute Stelle geben, höchstens eine ganz untergeordnete, denn niemand will Leute mit trübseligen Gesichtern um sich haben, sondern jeder frohe, frische, energische und kräftige Menschen.

 

Es ist gar nicht abzuschätzen, wie viel ein sonniges Wesen wert ist, das alle Menschen anzieht und niemand abstößt. Solche Leute möchte jeder kennen lernen; in ihre Nähe möchte jeder kommen, ihnen öffnen sich Türen von selbst, die ein Mensch mit trübem und düsterem Wesen nur mit der größten Anstrengung und vielleicht überhaupt nicht aufmachen kann. Sie brauchen nirgends eine besondere Einführung, denn sie sind überall willkommen.

 

Das Schicksal selbst weicht aus vor dem frohen Mann. Wer immer in die Sonne sieht, so dass alle Schatten stets hinter ihn fallen, wer seine Maschine mit Liebenswürdigkeit und guter Laune ölt, der kann die Stöße und Reibungen des Lebens viel besser ertragen als einer, der immer nur ins Dunkle und Trübe starrt.

 

Wer Erfolg haben will, der muss lernen, welche Macht in einem beständig lachenden Gesicht liegt, nicht bloß, weil man damit Freunde gewinnt und Kunden anzieht, sondern weil es einen großen Einfluss auf die eigene Stimmung ausübt. Wenn man sich bemüht, immer froh, gütig und liebenswürdig auszusehen, gleichviel, ob das Herz gerade weh tut oder nicht, dann wird man es allmählich wirklich.

 

Die Philosophie des Frohsinns ist die beste Arznei für den Geist und für den Körper.

 

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