Steht Sieg auf deiner Stirn geschrieben?

Aus Der Wille zur Tat - 16. Kapitel: Steht Sieg auf deiner Stirn geschrieben?

 

Wer wird deinem Sieg trauen, lässt du selbst nur Zweifel schauen!

Weißt du, dass du niemals etwas Großes vollbringen wirst, außer du hältst nicht nur die Überzeugung fest, dass der Sieg dein Geburtsrecht ist, sondern du trägst auch das Zeichen davon in deinem Gesichtsausdruck, deinem ganzen Wesen und Auftreten zur Schau?

Niemand kann erwarten, ein Sieger zu werden, wenn sein Gesichtsausdruck der des Geschlagenen ist; er muss sich nicht nur als Gewinner fühlen, sondern muss auch wie ein solcher aussehen und auftreten. Sieg muss auf seiner Stirn geschrieben stehen.

Es ist nicht schwer, den Mann von Erfolg aus einer ganzen Menge herauszufinden. Ist er ein Führer, ein Mann, der sich auf sich selbst verlässt, so wird jeder Schritt, jede Bewegung das aussprechen; alles an ihm deutet darauf hin. Zuversicht spricht aus seinem Gesicht und aus jeder seiner Bewegungen. Er geht wie ein Herr über andere und spricht wie ein solcher; jedermann weiß, dass er an sich und seine Sendung glaubt.

Ein Sieger und Gewinner ist ein Mensch, der sich nach einer Niederlage mit größerer Entschlossenheit denn zuvor wieder erhebt, der durch ernstliche Hindernisse nur zu vermehrter Tätigkeit entflammt wird, der sich niemals als geschlagen anerkennt. Vorübergehende Niederlage hat für ihn nichts zu bedeuten; sie ist nur ein Zufall in seinem Leben, den er zu einer Grundlage für neuen Sieg umschafft.

Wenn du eine Stelle suchst oder sonst etwas erreichen willst, lieber Freund, so lasse nicht Niederlage auf deinem Gesicht geschrieben stehen. Wenn das der Fall ist, bist du von Anfang an zu einer solchen verurteilt, denn jeder Arbeitgeber und auch sonst jedermann will Gewinner um sich haben und nicht Verlierer. Wenn ein Arbeitgeber, bei dem du dich um eine Stelle bewirbst, nicht die Zeichen des Siegers an dir erkennt, wird er zu dir sagen: „Es tut mir leid, aber ich glaube nicht, dass Sie diesen Posten ausfüllen können.“

Bedenke, der Arbeitgeber sucht einen Menschen, der alle Lagen zu beherrschen und widrige Umstände zu überwinden versteht. Er sucht einen Menschen mit Unternehmungsgeist, Ausdauer, Tatkraft und Entschlossenheit, einen Menschen von Kraft und Feuer. Bist du ein solcher Mensch, warum zeigst du es dann nicht?

Wenn dir die Menschen beistehen sollen, so musst du nicht herumlaufen mit dem Worte „Niederlage“ auf der Stirn. Du darfst nicht den Eindruck machen, dass du im Unglück bist und dringend einer Stelle bedarfst, sondern musst zeigen, dass du an dich und deine eigene Leistungsfähigkeit glaubst. Wenn dein Gesichtsausdruck, dein ganzes Wesen von Niederlage sprechen, wenn du dich hältst, als seist du der Niemand, dann wirst du einen schlechten, dir schädlichen Eindruck machen, und niemand wird Vertrauen zu dir haben. Wenn nicht Mut und Entschlossenheit von dir ausströmen, wird niemand an dich glauben. Ein großer Teil des Erfolges in unserem Leben hängt davon ab, wie andere uns einschätzen.

Der geborene Gewinner tritt so auf, dass man ihm seine Leistungsfähigkeit anmerkt, wo er geht und steht. Die Leute sprechen von ihm als von einem Menschen, der alles durchsetzt, dem alles gelingt, was er angreift. Die großen Männer, die die Geschichte machen, treten auf wie Gewinner; sie machen den Eindruck von Siegern, sehen aus, wie das, was sie sind, handeln wie Menschen, die gewohnt sind, Großes zu vollbringen.

Lieber Freund, warum siehst du nicht auch so aus? Wir können nicht alle die erste Stelle im Staate einnehmen, aber jeder von uns kann einen wichtigen Platz in seinem Berufe ausfüllen. Was die Güte und Vollkommenheit der Arbeit betrifft, können wir alle an erster Stelle stehen, können uns unserer göttlichen Erbschaft würdig zeigen. Wir sind ein Teil des unendlichen Lebens und sollten uns selbst nicht heruntergeben. Es ist eine Sünde, unter unsern Mitmenschen in einer unserer Verwandtschaft mit Gott unwürdigen Weise aufzutreten, es ist eine Schande für uns, als Unterlegene durchs Leben zu gehen.

Wir haben unsere Würde, unsere Selbstachtung, unser göttliches Geburtsrecht aufrecht zu erhalten. Wir sind Boten des Allmächtigen, zu einem bestimmten Zweck auf diese Erde gesandt. Wir haben einen Platz in seinem Weltenplan auszufüllen, haben auf der Bühne des Lebens eine Rolle zu spielen und müssen sie spielen als ein Mensch, ein Kind des Königs der Könige.

Alles in allem genommen, schätzen wir die Leute ein nach dem Eindruck, den sie auf uns machen. Wie ein Mensch dem Leben gegenübertritt, sein ganzes Sein und Wesen, wie er sich zu seiner Arbeit stellt, seine Lebensweisheit, ob er den Eindruck eines Menschen von großer Eigenart und Tatkraft macht, der durchsetzt, was er unternimmt, oder ob er aussieht wie jemand, dem die Fähigkeit mangelt, etwas durchzuführen — dies alles ziehen wir in Betracht, wenn wir einen Menschen beurteilen. Danach schätzen wir ihn ein als einen Gewinner oder Verlierer im Leben.

Wir mögen sagen und tun was wir wollen, der Erfolg ist nicht die Sache des Willens allein; unbewusst sind andere Menschen ihm förderlich oder hinderlich. Wie sie uns einschätzen, das hilft uns voran oder hält uns zurück. Was sie über uns denken und sagen, hat Einfluss auf unsern Kredit, unser Geschäft, unsere Kunden, den Ruf, in dem wir stehen.

Die menschlichen Wesen sind so eng miteinander verflochten, dass ein Einzelner für sich allein niemals einen bedeutenden Erfolg haben kann. Wir alle hängen voneinander ab, nicht nur in dem, was jeder zur Wohlfahrt des Ganzen beiträgt, sondern auch was den Erfolg des Einzelnen betrifft. Was andere von uns denken, wirkt sehr entschieden auf unsern Erfolg oder Misserfolg ein.

Soll es dir gelingen, so mache einen guten Eindruck, indem du die Geistesverfassung des Siegers innehältst. Hege Siegesgedanken deiner Zukunft, deinen Träumen und hohen Zielen gegenüber. Tritt auf wie ein Sieger. Lerne Kraft und Macht ausstrahlen. Dein ganzes Wesen atme Zuversicht, Kraft, Oberherrschaft, Sieg. Zeige jedermann, der etwas mit dir zu schaffen hat, dass du ein geborener Sieger bist.

Niemals darfst du ein mutloses Gesicht machen, aussehen, als ob dir das Leben Enttäuschungen gebracht hätte, als ob du keinen besonderen Ehrgeiz hättest, als ob du auf Niederlagen gefasst wärest. Wenn du über den Durchschnitt hervorragen, ein gewichtiges Wort in der Welt zu sagen haben möchtest, wenn deine Bekannten für den Verkehr mit dir dem Schicksal dankbar sein sollen, dann darfst du dich selbst nicht für den Niemand halten, dich für unglücklich, für einen Menschen ohne Aussichten ansehen. Solch ein niedriges, verächtliches Bild deiner selbst musst du auswischen und es durch ein Bild deines höheren, deines göttlichen Selbsts ersetzen. Wenn du über die Schranken, die dich jetzt einengen, hinauskommen willst, dann male dich dir selbst stets so, wie du in deinen erhabensten Augenblicken sein möchtest.

Warte mit der Umkehr nicht auf morgen! Gleich jetzt fange an, dich in jeder Hinsicht zu stärken und dir Mut zu machen. Halte dich auf der Höhe! Zeige dich nicht schlampig und nachlässig, sondern kleide dich so gut, als du irgend kannst. Schaue nach oben, strebe nach oben. Lass die Welt an deinem ganzen Auftreten erkennen, dass du etwas auf dich hältst und das mit gutem Grund. Lass die Leute sehen, dass du dir bewusst bist, in dem großen Schauspiel des Lebens eine wichtige Rolle zu spielen. Zeige dich deines göttlichen Geburtsrechts würdig.

Es schmerzt mich immer, wenn ich junge Leute von der Möglichkeit einer Niederlage reden höre; das klingt wie Verrat an ihrem Schöpfer. Die Jugend an sich ist Sieg, der vorherverkündet, der Vorläufer einer herrlichen Erfüllung. Ja, Jugend ist Sieg, denn ihr natürlicher Trieb ist es, nach oben zu schauen, nach oben zu streben; Zukunftshoffnung ist die Luft, die sie umgibt.

Erfolg im besten Sinne des Wortes ist das Geburtsrecht jedes Menschen; er ist für den Erfolg geschaffen. Seine Niederlage verkehrt die Absichten seines Schöpfers ins Gegenteil. Von der Wiege an sollte jedes Kind gelehrt werden, dass es göttlicher Natur ist, dass es auf die Erde gesandt wurde mit einer Botschaft an die Menschheit, und dass es diese, wenn die Zeit gekommen ist, überbringen muss als ein Bote des Allmächtigen. Es sollte zu der Einsicht gebracht werden, dass jede in der Schule gelöste Aufgabe, jeder gut und pünktlich ausgeführte Auftrag, jede Vollkommen gemachte Arbeit seine Kraft und die Aussicht, Erfolg im Leben zu erringen, vermehrt.

Jeder junge Mann sollte dazu erzogen werden, dem Leben frohlockend entgegenzugehen als ein Sieger, denn er ist für den Sieg geschaffen. Wenn er bereit ist, seine Lebensarbeit zu beginnen, soll er den Kopf hochhalten und mit der Zuversicht ins Leben hinausgehen, dass er dazu bestimmt sei, der Welt irgendeinen großen Dienst zu leisten.

Wenn du Erfolg in das Gebäude deines Lebens hineinmauern möchtest, dann höre auf, von Misserfolg, Armut und Krankheit zu reden und lasse nicht Niederlage auf deinem Gesicht geschrieben

stehen. Sprich Erfolg, denke Erfolg, handle wie einer, der Erfolg hat, und sieh wie ein solcher aus. Sprich Gesundheit, denke Gesundheit und baue damit Gesundheit in dein Leben hinein. Vergegenwärtige dir dich selbst als den Mann oder die Frau, die dein Vorbild sind, und als das ausführend, was du dich zu tun sehnst. Höre auf, für ein Ziel zu arbeiten und das gerade Gegenteil zu erwarten und dir auszumalen. Denke die Dinge und male sie dir aus, die du haben möchtest — Glück und Erfolg, Wohlfahrt, Überfluss und Gesundheit. Höre auf, immer wieder an die Übel, die dich getroffen haben, zu denken und dir das Hässliche, das Unangenehme zu vergegenwärtigen. Stelle durch dein ganzes Wesen, deine Kleidung, dein Auftreten, dein Gespräch den Menschen dar, der du gerne sein möchtest.

Es ist ein großer Unterschied, ob du dich freudig und mit Siegermiene an deine Arbeit machst, mit festem Entschluss und großer Zuversicht, oder traurig, mit der Miene eines schon zu Anfang Geschlagenen, mit Zittern und Zagen, Zweifel und Furcht im Herzen.

Du wirst erstaunt sein, wie rasch sich die Verhältnisse in der Richtung ändern, in der deine Hauptgedanken gehen, in der dein Ziel und Vorbild sich befindet, gehalten und getragen durch deine Lebensbejahung und dein sieghaftes Wesen. Bald wirst du das Ding vor dir sehen, das du dir ersehnst, stattdessen, vor dem du dich fürchtest, und deine Träume werden anfangen, zur Wirklichkeit zu werden.

Eine Gewohnheit, die in reiferem Alter sehr schwer zu überwinden ist und die für Leistung und endlichen Erfolg sehr verhängnisvoll wird, ist die, Niederlagen hinzunehmen, ohne gegen sie anzukämpfen. Die erste Niederlage ist sehr schmerzlich und unangenehm, wenn wir aber nicht aus dem Stoff gemacht sind, der Hindernisse zu Sprungbrettern künftigen Erfolges zu machen versteht, so gewöhnen wir uns allmählich daran. Wenn uns nicht jede Niederlage zu neuen und noch entschiedeneren Anstrengungen aufstachelt, dann empfinden wir jeden nächsten Misserfolg weniger peinlich und verletzend, bis uns endlich das Gefühl, geschlagen zu sein, zur Gewohnheit wird. Dann verlieren wir das Selbstvertrauen, unser Ehrgeiz lässt nach und wir reihen uns ohne weiteres und als ganz selbstverständlich dem Heere der Unterlegenen ein.

Jedes Kind sollte gelehrt werden, von welch ungeheurer Wichtigkeit, die Gewohnheit zu siegen ist, und welche Vorteile es bringt, alles, was man beginnt, auch zu Ende zu führen. Diese Gewohnheit lässt sich ebenso leicht bilden wie die, geschlagen zu werden, und wenn sie einmal gebildet ist, wird uns die zähe Ausdauer, bis das Ziel erreicht ist, zur zweiten Natur. Hast du dir einmal angewöhnt zu siegen, so wirst du dich auch halten als ein Sieger.

Keine Erziehung ist vollendet, so lange der Mensch nicht gelernt hat, ein sieghaftes Leben zu führen, das heißt, immer dem Siege, nie der Niederlage zugewandt zu sein, und bis seine gewohnte Geistesverfassung die ist, die Mirabeau im Auge hatte, als er sagte: „Warum sollten wir uns Menschen nennen, wenn uns nicht überall alles gelingt. Sage von nichts: ‚Das ist unter mir‘ und habe niemals das Gefühl, es gehe dir etwas über die Kraft. Dem Menschen, der wollen kann, ist nichts unmöglich.“

 

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