Geistige Chemie

Aus NACH HÖHEREM STREBEN - 52. Kapitel: Geistige Chemie

 

Der Mensch allein ist wahrhaft groß der sein Geistes- und Gemütsleben wahrhaft beherrscht und seine Stimmungen nach seinem eigenen Willen regeln kann, der genug von der geistigen Chemie versteht, um jeden üblen Gedanken mit dem Gegenmittel des entgegengesetzten Gedankens zu überwinden. Wie der Chemiker eine Säure durch ein alkalisches Mittel in ihrer schädlichen Wirkung hemmen kann, während der Unwissende vielleicht gar noch eine andre Säure anwenden wollte, die das Übel nur ärger macht, so versteht der „geistige Chemiker“ die zerstörenden Wirkungen niederdrückender Gedanken zu beseitigen, indem er das Gegenmittel, frohe Gedanken, in Anwendung bringt. Er weiß, dass schwarzseherische Gedanken durch hoffnungsvolle überwunden werden, dass Missklang durch Harmonie aufgelöst wird, dass der Gesundheitsgedanke den Krankheitsgedanken austreibt, dass Liebe tödlich ist für Hass, Eifersucht und Rachsucht. Er quält sich nicht lange mit solchen üblen Zuständen, denn er hat das geistige Heilmittel immer bei der Hand, mit dem er sie sofort beseitigen kann.

 

Die meisten lassen dagegen ihren Geist viel zu lange in dem vergifteten Zustand beharren und leiden unsäglich darunter; aber die Zeit ist nicht mehr fern, wo es zur allgemeinen Bildung und Kenntnis gehören wird, diese Heilmittel zu kennen.

 

Es ist ebenso leicht, einen peinlichen, widerwärtigen und schlechten Gedanken durch den entgegengesetzten, der beständig festgehalten wird, zu überwinden, wie heißes Wasser mit kaltem zu kühlen. Wir werden bald imstande sein, den Wärmegrad unsres Geistes so genau zu regeln, wie den des Wassers. Der Hass kann keinen Augenblick dauern in Gegenwart der Liebe.

 

Die meisten Menschen geben sich vergebliche Mühe, das Schlechte unmittelbar aus ihrem Geist auszutreiben, weil sie nicht die entgegengesetzten Gedanken als Gegenmittel anwenden. Das ist so unpraktisch, als wenn man irgendein besonderes Mittel anwenden wollte, um die Dunkelheit aus einem Raum hinauszutreiben: man lässt einfach Licht einströmen, dann verschwindet die Dunkelheit von selbst.

 

Viele Menschen sind der Meinung, Gedanken könnten höchstens auf das Gehirn einwirken: aber es ist Tatsache, dass wir mit dem ganzen Körper denken. Die Tatsache, dass die Blinden ein unglaublich feines Unterscheidungsvermögen in den Fingerspitzen entwickeln, ist ein Beweis dafür.

 

Der menschliche Körper ist aus lauter Zellen aufgebaut: wir sind nichts als eine Masse Zellen von zwölf verschiedenen Arten, Gehirnzellen, Knochenzellen, Muskelzellen usw. Der höchste Grad von Gesundheit und Kraft beruht auf der vollständigen Unversehrtheit all dieser Zellen.

 

Die Billionen Zellen, aus denen unser Körper besteht, stehen unter sich im engsten Zusammenhang: was einer schadet oder nützt, schadet oder nützt allen, und so wird jede Zelle geschädigt oder gefördert je nach der Art unserer Gedanken.

 

Es ist durch Versuche festgestellt, dass wir für jeden Gedanken, der uns unglücklich oder schlecht macht, sofort durch eine Schädigung unsres Zellenlebens büßen müssen, und dass es oft wochenlang dauert, bis unsre Nervenzellen sich von einem Zornanfall wieder erholen.

 

Gesunde, hoffnungsvolle, frohe, mutige, erhebende Gedanken fördern das Zellenleben des ganzen Körpers, während die entgegengesetzten es schädigen: die einen wirken aufbauend, die andern zerstörend.

 

Die Versuche von Professor Elmer C. Gates haben gezeigt, dass Zorn, Übelwollen oder Niedergeschlagenheit schädliche Stoffe im Körper erzeugen, von denen einige in hohem Grad giftig sind, dass dagegen angenehme und glückliche Gefühle chemische Stoffe von großem Nährwert hervorbringen, die die Zellen zu erhöhter Arbeitsleistung veranlassen. Professor Gates sagt: „Zu jeder unangenehmen Stimmung oder Leidenschaft gehört eine begleitende chemische Änderung in den Geweben des Körpers, jedes angenehme Gefühl dagegen löst eine lebensfördernde Veränderung im Körper aus. Jeder Gedanke, der durch den Geist zieht, hinterlässt eine Spur im Gehirn in Gestalt einer Veränderung der Zellen, die körperlicher Art und mehr oder weniger bleibend ist.“

 

Wie es kein noch so schmutziges Wasser gibt, das nicht chemisch wieder rein gemacht werden könnte, so ist auch kein menschlicher Geist so schmutzig oder so sehr von schlechten Gedanken und Gewöhnungen vergiftet, so mit Laster gesättigt, dass er nicht durch rechtes Denken wieder rein gemacht werden kann, indem die der Verderbnis entgegengesetzten Gedanken erweckt werden.

 

Bedenke also, dass jede krankhafte Stimmung ein Anzeichen dafür ist, dass dein Geist vergiftet ist, und vergiss nicht, dass du das Heilmittel, den entgegengesetzten starken Gedanken, jederzeit zur Verfügung hast.

 

Jeder wahre, schöne und gute Gedanke prägt dem Geist, in dem er lebt, seine Spur auf, reinigt und erhöht ihn. Wenn solche Gedanken den Geist erfüllen, so können die entgegengesetzten ihr schädliches Werk gar nicht beginnen, denn beide können nicht zusammenwohnen, die einen schließen die andern aus.

 

Glücklich der Mensch, der das Geheimnis dieser geistigen Selbstheilung früh kennenlernt und die unschätzbare Kunst versteht, die rechten Gedanken in seinem Geist zu erwecken und aufrecht zu erhalten: damit wird er Meister über alle Lebensumstände, die ihn sonst verhindern würden, sein höchstes Ziel zu erreichen.

 

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