Orison Swett Marden

Dr. Orison Swett Marden war ein erfolgreicher Hotel- unternehmer und einflussreicher Autor. In seinen Werken beschreibt er die Prinzipien und Gesetze für ein erfolgreiches, glückliches Leben, die er sich durch eigene Erfahrungen und den Kontakt mit großen Persönlichkeiten seiner Zeit er- worben hat.

 

Sein erstes Buch "Pushing to the Front or, Success under Difficulties" (1894) wurde ein sofortiger Bestseller und nimmt als Klassiker der Persönlichkeitsentwicklung und Selbsthilfe noch heute eine Ausnahmestellung ein. Marden veröffentlichte später über 50 weitere Bücher, Booklets und die Zeitschrift "Success", um den Menschen die Gesetze des Erfolgs näherzubringen.

 

Als Autor hatte er die außergewöhnliche Fähigkeit, seine Leser in ihrem tiefsten Innern zu erreichen, sie zu ermutigen, ihnen Hoffnung zu geben und sie mit Ehrgeiz zu erfüllen - zu einer Zeit, in der ein Großteil der Bevölkerung Amerikas in Armut lebte. Seine Entbehrungen in der Kindheit und Jugend, seine umfassende Bildung, seine vielfältigen Geschäftserfahrungen waren die Faktoren, die es ihm ermöglichten, mit Verständnis, Sympathie und Tiefe zu schreiben. Orison Swett Marden starb 1924 im Alter von 74 Jahren.

Seine jungen Jahre

Marden wurde in Thornton Gore, New Hampshire als Kind von Lewis und Martha Marden geboren. Als er 3 Jahre alt wurde, starb seine Mutter im Alter von 22 Jahren. Marden und seine zwei Schwestern wurden daraufhin von seinem Vater großgezogen, der Farmer, Jäger und Fallensteller war. Als Marden 7 Jahre alt war, starb sein Vater an Verletzungen, die er sich im Wald zugezogen hatte. Die drei Kinder kamen in ständig wechselten Familien unter. Bei ihnen musste Marden arbeiten, um sich seinen Unterhalt zu verdienen.

 

Während seiner Jugend entdeckte er auf einem Dachboden das Buch "Selbsthilfe" vom schottischen Autor Samuel Smiles. Die Entdeckung dieses Buches stellte einen Wendepunkt im Leben des jungen Mannes dar. Es zeigte ihm, dass, wie in jedem Menschen, auch in ihm große Möglichkeiten liegen, die durch harte Arbeit und große Willenskraft hervorgebracht werden können. Später sagte er, dass das Buch sein Gewicht in Diamanten wert war und ihn mit großem Respekt vor dem Autor und den Wunsch erfüllte, irgendwann einmal selbst andere zu inspirieren.

 

In dem Zeitraum, in dem er erwachsen wurde, war er getrieben von ungeheurer Energie und dem Wunsch, etwas zu erreichen. Anfang dreißig hatte er Hochschulabschlüsse in Naturwissenschaft, Medizin, Juristik und Theologie inne. Um Geld zu verdienen, arbeitete er während seiner Studienzeit in der Hotelbranche. Anschließend wurde er zum Besitzer mehrerer Hotels. Er blieb ein erfolgreicher Hotelunternehmer bis ihn erneut Schwierigkeiten zu schaffen machten ...

 

Pushing to the Front (1894)

Im Jahr 1893 wurde Amerika von einer großen wirtschaftlichen Depression erfasst. In diesem schwierigen Umfeld hatte auch Marden Probleme seine Hotels profitabel zu führen. Er spielte schon längere Zeit mit dem Gedanken, seine Laufbahn zu wechseln und eine Karriere als Autor zu beginnen. Nach sorgfältiger Überlegung, entschied er sich in der Mitte seines Lebens "jetzt oder nie" sein neues Ziel zu verfolgen.

 

Von Margaret Connoly, einer Sekretärin, die für Marden in den frühen 1900er-Jahren arbeitete, stammt die Beschreibung, wie ein Unfall, ein Hotel in Brand setzte, dass Marden sich knapp vor dem Tod retten konnte und sein Manuskript zu "Pushing to the Front" vor ihm in Flammen aufging. Mardens unerschütterliche Entschlossenheit nach diesem schweren Verlust von Grund auf neu zu beginnen, war charakteristisch für den Mann und seine späteren Werke. Connoly schrieb:

"Mehr als fünftausend handgeschriebener Seiten, die Frucht all seiner Freizeit in nahezu fünfzehn Jahren Geschäftsleben, sind in Rauch aufgegangen. Mit nichts als einem Nachthemd dem Feuer entkommen, stand er auf der Straße. Er besorgte sich neue Kleidung, kaufte sich einen Schreibblock für zwanzig Cent und während die Ruinen des Hotels noch rauchten, fing er an, aus der Erinnerung das Manuskript seines Traumbuches neu zu schreiben."


Überwältigt und niedergeschlagen richtete Marden sich selbst auf und fing von Neuem an. Mit wenig Geld, aber viel freier Zeit, entschied er sich sein Manuskript neu zu schreiben. Er nahm einen Zug nach Boston, mietete sich ein günstiges kleines Zimmer und machte sich mit all seiner Energie an die Arbeit. In relativ kurzer Zeit hatte er nicht nur sein Buch "Pushing to the Front", sondern auch ein zweites "Architects of Fate" fertiggestellt. Er erstellte drei Kopien von "Pushing to the Front" und sandte sie an drei Bostoner Verlage. Veröffentlicht wurde es von Houghton, Miffling & Company (Boston) am 1. Dezember 1894.

 

"Pushing to the Front" wurde zum Besteller aller Klassiker der Selbsthilfe. Die amerikanischen Präsidenten William McKinley und Theodore Roosevelt, ebenso wie der englische Premierminister William Gladstone, empfahlen das Buch. Henry Ford, Thomas Edison, Harvey Firestone und J. P. Morgan sahen es als Inspirationsquelle an. Der überwältigende Erfolg veranlasste Marden, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er schrieb und veröffentlichte während seines Lebens über 50 weitere Bücher und Booklets. Jedes seiner Bücher lieferte Dutzende berühmte Zitate und sie gelten als Grundlage und Inspiration für viele moderne Autoren der Selbsthilfe und Erfolgsliteratur.

 

Zeitschrift "Success" (1897)

1897 gründete Marden die Zeitschrift "Success", die zum Zeitpunkt ihrer höchsten Auflagenzahl eine halbe Millionen Abonnenten erreichte. Die Zeitschrift hatte ihr eigenes Gebäude mit Druckerei in New York und zweihundert Beschäftigte. Für seine Zeitschrift schrieb Marden Artikel über Selbsthilfe, Persönlichkeitsentwicklung und die Prinzipien des Erfolgs. Andere Artikel handelten von Mardens persönlichen Interviews mit erfolgreichen Männern und Frauen. Interviewpartner waren u. a. der Präsident Theodore Roosevelt, die Schriftstellerin Julia Ward Howe, die Erfinder Edison und Graham Bell, sowie führende Industrielle wie John D. Rockefeller und Andrew Carnegie. Über fünfzig dieser Interviews wurden später in Buchform veröffentlicht. Marden arbeitete außerdem für andere Magazine und Organisationen des "New Thougt Movement" (Nautilus, League for the Larger Life).

Philosophie und Schreibstil
Neben Samuel Smiles wurde Marden auch durch die Werke von Oliver Wendell Holmes Jr. und Ralph Waldo Emerson beeinflusst, beide Vordenker des in den 1890iger aufkommenden "New Thought Movement". Wie viele Vertreter dieser Bewegung war auch Marden überzeugt, dass unsere Gedanken unsere Lebensumstände direkt beeinflussen. Er sagte: "Wir erschaffen uns unsere eigene Welt und gestalten unsere eigenen Lebensumstände durch unsere Art zu Denken". Bekannt durch seine Bücher über Erfolg, betonte er immer wieder, dass jeder Erfolg die Folge der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit darstellt. "Die goldenen Gelegenheiten, die du überall suchst, findest du in dir. Du findest sie nicht in weiter Entfernung, durch Glück oder durch die Hilfe anderer - in dir selbst findest du sie."

 

Marden hatte einen energischen, eindringlichen Schreibstil. Er verwendete einen einfachen, klaren Wortschatz, mit denen er seine Ideen kurz, direkt und klar beschrieb. Außerdem zeigte er ein Talent für die Verwendung von bildhafter Sprache. Er machte häufig gebrauch von Metaphern und Gleichnissen um seine moralischen Prinzipien lebendig zu vermitteln. Zu den Themen, über die er am häufigsten schrieb, gehörten erfolgreiches Geschäftsleben, Lebenstüchtigkeit und die Kunst der ausgeglichenen Lebensweise. Wie Samuel Smiles erklärte er außerdem viele der Tugenden, die zum Erfolg führen, wie Selbstvertrauen, Ausdauer und harte Arbeit. Außerdem finden sich viele seiner Interessen und durch Bildung erworbenes Wissen in seinen Schriften wider. Dazu gehören Literatur, Geschichte, Philosophie, Biographien, Bildende Kunst, Pädagogik, Psychologie und körperliche Gesundheit. Seine Werke atmen den Geist des amerikanischen Lebens zu Beginn des 20. Jahrhunderts und sind erfüllt mit dem Kampf zwischen Not und Triumph, Niederlage und Sieg, Misserfolg und Erfolg.

 

Religiöse Ansichten

(Freie Übersetzung der Einleitung "Seine Ansichten zur Religion" aus The Life Story of Orison Swett Marden): Eine Frage, die häufig von den Lesern seiner Zeitschrift und seiner Bücher gestellt wurde, war: "Welche religiöse Ansichten vertritt Dr. Marden?" "New Thought, Christian Science, Theosophie, ist er Unitarier oder Spiritualist?" Dr. Marden war nichts davon. In fortgeschrittenem Alter gehörte er keiner Kirche an, fühlte sich keiner Religion oder religiösem Kult zugehörig. Er sah in vielen Religionen Gutes, wollte aber nicht innerhalb der Grenzen einer bestimmten gebunden sein. Er glaubte an die Vaterschaft Gottes und die Bruderschaft der Menschen. Christ, Jude, Moslem, Buddhist, Atheist, Agnostiker, - sie waren ihm alle Kinder Gottes, und als solche, seine Brüder. Seiner Meinung nach, reisten sie alle in Richtung Gott, wenn sie in ihren verschiedenen Glauben aufrichtig und nach der goldenen Regel lebten. Auch wenn sich Marden nicht selbst als direkten Vertreter des New Thought sah, wurde er als Autor dieser Bewegung zugeordnet.

 

Erklärung des New Thought aus Die Erfüllgung aller Wünsche (man bedenke, dass das Folgende 1917 geschrieben wurde):

Richtiges Denken heißt auch richtiges Handeln. Wenn wir nur jeden Tag die richtigen Gedanken hätten, die aufbauenden Gedanken, die glücklichen Gedanken, die freudvollen Gedanken, die hilfreichen, die selbstlosen Gedanken, dann wären wir bald alle grenzenlos glücklich, denn das Glück ist im Grunde nichts als ein Gemütszustand. Das Maß deines heutigen Glückes oder Elends ist nur die Folge deiner Gedanken. Wenn nicht ein großer Teil unsrer Tage, uns selbst vielleicht nur halb bewusst, mit zwiespältigen Gedanken, mit Gedanken der Sorge, der Furcht, des Neides, der Eifersucht, des Hasses erfüllt wären, würden wir glücklich und nicht unglücklich sein.

Für jedermann ist es möglich, zu diesem inneren Einklang zu gelangen, so dass er durch die Hilfsquellen seiner eigenen Seele in seinem täglichen Leben wahres Glück und vollkommene Heiterkeit findet. Das Evangelium der Neuen Gedanken ist nicht eine Lehre, die das Glück in ein künftiges Leben verlegt, sondern es lehrt, dass das Glück jetzt und hier erlangt werden kann – es lehrt nicht eine ferne persönliche Unsterblichkeit, sondern Unsterblichkeit innerhalb einer immer glücklicher werdenden Menschheit. Die Religion des Neuen Denkens lehrt ein Evangelium der Lust und Freude. Es legt großen Nachdruck auf das Gute, das Schöne und Wahre, auf das Edle und Erhabene in der menschlichen Natur. Es legt einen uns noch neuen Nachdruck auf das Glück und weist der Lust und der Freude eine neue, höhere Stelle an. Das Neue Denken lehrt, dass unschuldige Lust und Freude auch Religion sind und ebenso wesentlich für unser körperliches, geistiges und sittliches Wohlbefinden wie das Gebet. Sie behauptet, dass ein heiterer, glücklicher, fröhlicher Gemütszustand der wahre, ordnungsgemäße Zustand sei. Sie lehrt, dass Einklang, geistiger, körperlicher und sittlicher Einklang die Grundlage jeder Religion sei, und dass nichts fromm genannt werden könne, das uns nicht leistungsfähiger, erfolgreicher, glücklicher macht. Sie lehrt, dass Religion Freiheit von Aberglauben, Furcht und Sorge, dass sie Ganzheit und Fülle und freudige Selbstbejahung bedeutet. Mit andern Worten, wahre Religion bringt den Menschen näher zu wahrer Vollkommenheit, näher zu Gott. Der Schöpfer hat den Menschen zu einem Leben der Arbeit und der Freude, zu höchster Glückseligkeit geschaffen. Er hat ihn dazu bestimmt, ganz, stark und vollkommen zu sein. Jede Abweichung von diesem Plan Gottes ist der Fehler der Menschen.

Der Jüngling, der ins Leben tritt, ist gar nicht fähig, die Fülle seiner Hilfsmittel zu kennen und zu überschauen. Die Art unserer Erziehung trägt nicht dazu bei, ihm die in ihm aufgespeicherten Möglichkeiten zu zeigen. Er sieht nur das, was auf der Oberfläche liegt, und wenn er nicht gelehrt worden ist, wie er tiefer schürfen könnte, wenn er nicht in die richtige Umgebung kommt, wenn er das Göttliche in sich nicht anruft, wird er vielleicht niemals den Menschen, der zu sein er fähig ist, zur Darstellung bringen. Selbstentdeckung heißt einfach, den Gott in uns finden, und das ist, wozu die Gedankenwelt des Neuen Denkens uns zu helfen bestrebt ist. Viele Menschen haben sich selbst niemals recht ins Gesicht geschaut, bis sie mit dieser neuen Gedankenwelt in Berührung gekommen sind. Das heißt, bis zu dieser Stunde hatten sie ihr bestes Teil gar nicht entdeckt. Bis dahin hatten sie ihr Leben aus ihrer Schwäche aufgebaut, anstatt aus ihrer Stärke. Die Möglichkeiten der geistigen Ausdehnung, der Erweiterung des Gesichtskreises, lebhafterer geistiger Regsamkeit, wachsender Leistungsfähigkeit – mit andern Worten, die Möglichkeiten der Selbstentdeckung in dieser neuen Gedankenwelt sind beinahe unglaublich.

 

Weiterführende Links

- Detaillierte Timeline seines Lebens (engl. Wikipedia)

- Bibliographie - Alle seine Bücher (engl. Wikipedia)

- "The Life Story of Orison Swett Marden" unter Kostenlos

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